Rolle im Portfolio: Streuung statt Renditeversprechen
Gold wirft keine Zinsen ab und keine Dividenden. Sein Nutzen liegt vor allem in der Streuung. In Phasen, in denen andere Anlageklassen sehr stark schwanken, ist Gold tendenziell stabilisierend. Das ist keine Garantie, aber ein realistischer Grund, es als Beimischung in Betracht zu ziehen.
Entscheidende Frage ist die Höhe. Wer Gold als Kapitalschutz nutzen will, plant in der Regel mit einem Anteil, der das Gesamtportfolio nicht dominiert, aber doch so groß ist, dass man bei Stress handlungsfähig bleibt. Auf der anderen Seite können zu hohe Quoten aber auch gefährlich sein, weil Liquidität und Ertrag fehlen, die man an anderer Stelle benötigen könnte.
Liquidität: Wie aus Gold wieder Geld wird
Liquidität entsteht aus Gold nicht automatisch. Sie entsteht durch einen funktionierenden Verkaufskanal, eine transparente Bewertung, eine saubere Dokumentation. Der real erzielbare Preis ist zumeist unterhalb des internationalen Referenzpreises, weil Ankaufspreise immer Abschläge enthalten. Diese Abschläge setzen sich zusammen aus Prüfaufwand, Wiederverkaufsrisiko und Marge. Je standardisierter das Produkt, desto einfacher die Bewertung und desto enger zumeist die Spannen.
Wer den Verkauf nicht dem Zufall überlassen will, klärt also am besten schon vorher, wie eine Abwicklung konkret aussieht. Bei der Suche nach einer Vor-Ort-Lösung stößt man in der Praxis schnell auf Goldankauf in München oder anderen Städten, weil dort Prüfung, Wiegen und Auszahlung typischerweise in einem klaren Prozess zusammenlaufen.
Für den Kapitalschutz ist entscheidend, dass man nicht erst im Stressfall beginnen muss, sich mit Abläufen zu beschäftigen. Wer vorher weiß, welche Stückelungen er hält, wie sie bewertet werden, welche Nachweise er bekommt, verringert das Risiko von Fehlentscheidungen.
Zugriff, Gegenparteirisiko und Kosten: physisch oder papierbasiert
Zugänge zu Gold gibt es grundsätzlich in zwei Formen: physischer Besitz in Form von Barren oder Münzen oder als indirekte Produkte, etwa Wertpapiere, die den Goldkurs abbilden. Der wichtigste Unterschied ist das Gegenparteirisiko. Physisches Gold hat in dem Sinne keinen Emittenten, dessen Zahlungsfähigkeit vonnöten wäre, und auch keine Verwahrstelle, deren Zahlungsfähigkeit den Wert des dort verwahrten Goldes bestimmen könnte. Auf der anderen Seite hat der Besitzer praktische Themen wie Lagerung, Versicherung, Handelsspannen etc. Papierbasierte Lösungen sind in aller Regel einfacher handelbar, aber die Verfügbarkeit ist dann vom Finanzsystem und von den jeweiligen Produktbedingungen abhängig. Wer ausdrücklich Kapitalschutz im Sinn hat, sollte diese Unterschiede genau abwägen und nicht nur nach Bequemlichkeit entscheiden.
Lagerung und Stückelung: Praktikabilität schlägt Theorie
Physisches Gold nützt nur, wenn man es sicher und damit zugänglich lagert. Zu Hause ist das Diebstahlrisiko höher, Schließfächer erhöhen die Sicherheit, stellen aber auch Fragen des Zugriffs. Dazu kommt die Stückelung. Große Barren sind beim Kauf und beim Verkauf zumeist effizient, aber unflexibel, wenn man nur einen Teil liquidieren will. Kleinere Einheiten sind flexibler, haben aber zumeist höhere Aufgelder.
Wer Kapitalschutz ernst nimmt, denkt also in Szenarien. Wie viel Liquidität könnte kurzfristig gebraucht werden? In welcher Form. Passt die Stückelung dazu? Das ist alles praktischer als jeder Streit um perfekte Quoten.
